i2b express
02 | 2025
23/27
© Tortengold

Gründung

Tortengold in Bremen

Mit ihrer Patisserie Tortengold begeistert Waltraud Schnitzler in Bremen-Findorff die Liebhaber süßer Leckereien – und sie bietet auch dem Auge einen wahren Genuss.

Süßen Versuchungen kann wohl kaum jemand widerstehen. Auch die 29-jährige Waltraud Schnitzler kann dem nur zustimmen: „Ich habe schon immer sehr gerne gebacken und bereits mit 16 den Wunsch gehabt, irgendwann einmal mein eigenes Café zu eröffnen“, berichtet die junge Frau, die im vergangenen Jahr in Bremen-Findorff die Patisserie Tortengold eröffnet hat. Hier begeistert sie nun ihre Kundinnen und Kunden mit Törtchen, kreativen Hochzeitstorten und einem erstklassigen Kaffee. Und das ganz schön vielseitig mit klassischen, veganen und selbst erdachten Rezepten. „Viele davon haben eine Geschichte, beispielsweise der Bienenstich meiner Oma, den ich noch etwas variiert habe: Die krosse Seite ist nun unten, so dass die feine Creme beim Einstechen der Gabel an ihrem Platz bleibt“, so die Konditormeisterin aus München.

Von der Pike auf

Ziemlich straight wollte Waltraud Schnitzler ihren Traum verwirklichen und machte eine Ausbildung zur Konditorin – und dann kam doch erst einmal etwas ganz anderes: erst zwei Semester Kulturwissenschaften, dann ein Geografiestudium, das sie auch erfolgreich in Kiel abgeschlossen hat. „Und trotzdem hatte ich immer irgendwie den Gedanken im Kopf, irgendwann einmal ein eigenes Café zu haben“, erinnert sie sich schmunzelt. Dieser Traum erfüllte sich schließlich, als es vor zwei Jahren der Liebe wegen in den Norden ging. „Schon während meines Studiums war ich auf der Meisterschule, in Bremen habe ich dann erst einmal eine Zeitlang in der Gastronomie gearbeitet, teils auch als Barista. Nebenbei habe ich mich auf die Suche nach einer schönen Location gemacht.“ Und tatsächlich wurde sie bald fündig: „Es war eine Konditorei, die scheinbar schon seit Längerem nicht mehr betrieben wurde. Ich habe dann versucht, den Kontakt herzustellen. Irgendwann hat es geklappt und ich konnte die Räumlichkeiten übernehmen – inklusive des Inventars. Das war für die Inhaber sehr schön, denn auch für sie war es ein Herzensprojekt. Sie waren deswegen froh, alles in gute Hände übergeben zu können.“

Mit Businessplan und eigener Marke

„Am meisten genieße ich, die Gäste zu bewirten“, sagt Waltraud Schnitzler, die auch einige von den früheren Stammgästen begrüßen darf. Bei gutem Wetter sehr einladend ist die idyllische Terrasse, und auch drinnen gibt es einige Sitzplätze. Ein Fenster ermöglicht den Blick in die Backstube, so dass Kunden der Konditormeisterin und ihrer Auszubildenden beim Backen und dem kreativen Gestalten zusehen können. Auf nur 50 Quadratmeter findet alles vom Café bis zur Kühlung seinen Platz. „Ich mag es gerade deswegen, weil es so klein und gemütlich ist.  Bevor Waltraud Schnitzler jedoch richtig durchstarten konnte, brauchte es einen Businessplan, eine Renovierung nach eigenen Vorstellungen, die Anmeldung eines Gewerbes, und auch eine einprägsame Marke sollte es sein. „Mir war es wichtig, eine unverwechselbare Marke aufzubauen.“ Beratung gab es hier von der InnoWi – Patent- und Markenzentrum Bremen, auch dazu, wie ein solcher Markeneintrag vom Land gefördert wird.  „Vom Anfang mit den ersten Formalien bis zur Eröffnung im Juni dauerte es ein halbes Jahr“, so die junge Gründerin.

Viel Spaß an Herausforderungen

Neben den kleinen Köstlichkeiten im Café und zum Mitnehmen oder den Auftragsarbeiten für Hochzeiten und andere feierliche Anlässe bietet Waltraud Schnitzler außerdem Workshops an. „Es gibt viel zu tun vom eigentlichen Backen bis hin zur Homepage und zu Social Media. Ein gutes Zeitmanagement ist da sehr wichtig. Mir fällt manchmal auf, dass ich mich noch stärker abgrenzen müsste.“ Unterstützung erhält Waltraud Schnitzler von ihrer Auszubildenden, einer Mini-Jobberin und ihrem Partner Johannes, der oftmals die Torten in Bremen und dem naheliegenden Umland ausliefert. „Die kreative Gestaltung einer Torte macht nicht nur sehr viel Spaß, es ist gleichzeitig auch eine Herausforderung. Sie muss nämlich nicht nur gut schmecken und gut aussehen, sondern auch stabil und transportabel sein. Und natürlich ist es am Schluss einfach toll, ein kleines Kunstwerk vor sich zu haben“, sagt Waltraud Schnitzler, die sich auch sehr über die vielen positiven Rückmeldungen freut. Mit ihrer recht erfolgreichen Patisserie wachsen möchte sie derzeit aber nicht. „Mir gefällt es gerade deshalb so gut, weil es eben so schön klein ist.“


Von Melanie Jülisch