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Powerhouse Nord

Synergien noch stärker nutzen

Sechs Powerzentren sind die Säulen von Powerhouse Nord, dem Netzwerk für den Ems-Elbe-Raum. Powerzentrum Nummer 1: Energie und Infrastruktur. „Der Region zwischen Ems und Elbe kommt in der Energiewende eine Schlüsselfunktion zu“, so Roland Hentschel, langjähriger Vorstandsvorsitzende des Oldenburger Energieclusters OLEC und stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg. Als „Kapitän“ dieser Powerhouse-Säule weiß er um die variantenreichen energiewirtschaftlichen Infrastrukturen und die Dichte an Transport- und Verteilnetzen für verschiedene Energieträger. „All das sind Eigenschaften, die mit dem über Jahrzehnte gewachsenen Wissen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die Grundlage für die herausragende Stellung der Region bei der Umsetzung der Transformation bilden.“ Auch weiterhin liegt der Fokus auf Vernetzung und Nutzung von Synergien. Eine große Strahlkraft auf Powerhouse Nord übt auch die Hydrogen Cross Border Conference (HCBC) aus, die kürzlich in Lingen veranstaltet wurde.

Die HCBC in Lingen

Über 160 Expertinnen und Experten aus Industrie, Politik und Wissenschaft waren zur fünften HCBC zusammengekommen, um sich mit den drängendsten Fragen des Markthochlaufs zu beschäftigen: die Überwindung der wirtschaftlichen Preislücke („Price Gap“), der Aufbau grenzüberschreitender Wertschöpfungsketten sowie die Sicherung hochqualifizierter Fachkräfte. Innovative Ansätze wie die Digestat- und Salzelektrolyse sowie praxisnahe Geschäftsmodelle für den Mittelstand verdeutlichten, dass die technologische Reife vorhanden ist, um die Energiewende in die industrielle Fläche zu tragen. Dass auch die Zusammenarbeit mit den Niederlanden ein Schlüssel zum Erfolg ist, von dem beide Seiten profitieren, das wurde sowohl in den Diskussionsrunden als auch in der Ansprache von Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone deutlich. Auch Martin Gerenkamp, Erster Kreisrat des Emslands, betonte die Bedeutung verlässlicher Nachbarschaften in wirtschaftlich und politisch herausfordernden Zeiten. Zudem erinnerte er daran, dass man mit der H2-Region Emsland bereits vor Jahren den Grundstein für die heutige Zusammenarbeit gelegt habe. Bereits am Vortag war der Konferenz ein „Maritime Special“ in Haren (Ems) vorausgegangen, um über die Dekarbonisierung der Schifffahrt zu diskutieren.

Hentschel

Roland Hentschel ist langjähriger Vorstandsvorsitzende des Oldenburger Energieclusters OLEC, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg und Kapitän des Powerzentrums „Energie und Infrastruktur“

Die Energieversorgung basiert auf einer Wärmepumpe mit Geothermiefeld – 75 Bohrungen bis in 150 Meter Tiefe. Das Erdreich dient als saisonaler Speicher: Im Sommer kühlt es, im Winter wärmt es. Fernwärme wird nur bei Spitzenlasten zugeschaltet. Damit wird ein stabiler und zugleich ressourcenschonender Betrieb sichergestellt.

Die Filialen: Schrittweise Modernisierung im Bestand

Beleuchtung und Steuerung sind durchgängig auf Effizienz ausgelegt: LED-Technik und eine zentrale Gebäudeleittechnik reduzieren den Energieverbrauch. Photovoltaikanlagen auf dem Dach liefern Strom für zwölf E-Ladestationen für Autos sowie 58 für Fahrräder und E-Bikes.

Das Ergebnis: Die CO2-Emissionen der Sparkasse Bremen liegen heute bei einem Viertel des Wertes von 2019. Ein deutlicher Schritt – und zugleich eine hohe Motivation, diesen Weg konsequent zu verfolgen.

EVENTTIPP

Energy Sharing kommt – sind Sie bereit?

Seit 2023 arbeitet das OLEC-Forschungsprojekt Metropolregion Nordwest für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften gemeinsam mit der Stadt Oldenburg, Lintas Green Energy, EERA Consulting und der Oldenburger Energiegenossenschaft (Olegeno eG) daran, die Akteure im Nordwesten „energy-sharing-ready“ zu machen. Auf Basis konkreter Fallbeispiele wurden praxisnahe, regionale Handlungsempfehlungen entwickelt, die den Einstieg und die Umsetzung von Energy Sharing erleichtern. Am 15. April von 9.30 bis 16 Uhr findet nun die Abschlussveranstaltung in Oldenburg (Hallig Hanken, August Hanken-Straße 24) statt.

Hier finden Sie mehr Infos zum Programm und zur Anmeldung.