i2b express
01 | 2025
19/21
© Brotrausch

Individuell und ganz schön knusprig

Brotrausch

Es soll bekömmlich sein, ohne Zusatzstoffe und selbst gemacht: Seit zwei Jahren gibt es die Brotmischungen von Brotrausch. Gründer Philipp Herrnberger berichtet von seinen Erfahrungen.

Volles Korn oder ein fluffiges Helles, mit weicher Rinde oder herrlich kross: Wohl jeder hat sein ganz persönliches Lieblingsbrot. Noch individueller wird’s mit den Backmischungen von Brotrausch – mit über tausend Variationsmöglichkeiten, denn per Online-Konfigurator können sämtliche Brotbackmischungen, Brotzugaben und Toppings miteinander kombiniert werden. Feines Urkorn, Siebzehn Elemente, Kerniges Paleo oder Mildes Porridge – so die vielversprechenden Namen der Backmischungen. Nicht minder kreativ sind Toppings und Teigzugaben – für jeden Geschmack das Richtige. „Da wir inzwischen auch viele Stammkunden haben, ist uns Abwechslung sehr wichtig“, sagt Philipp Herrnberger, der Brotrausch mit einem Freund zusammen entwickelt und gegründet hat.

Gesund und bekömmlich

Fast noch wichtiger als die geschmackliche Vielfalt: der gesundheitliche Aspekt. „Es ging uns hauptsächlich darum, ein bekömmliches Brot mit natürlichen Inhalten ohne Zusätze wie Konservierungsstoffe und Emulgatoren zu schaffen“, so Philipp Herrnberger. Denn so etwas sei gar nicht mehr so leicht erhältlich. Häufige Folge: Bauchgrummeln und Unwohlsein nach dem Verzehr von Brot und Brötchen. „Unverträglichkeiten sind ein Riesenthema“, weiß Philipp Herrnberger aus eigener Erfahrung. Das gilt nicht nur für die Inhaltsstoffe. „Genauso wichtig ist, dass einem Brot die Zeit gegeben wird, die es braucht. Je länger es ruht, desto besser. Am besten bis zu 14 Stunden. Das ist beim Bäcker oder im Backshop oftmals nicht möglich.“

Während Corona zur Marktreife

Sauerteig ansetzen, einen Teig kneten und das noch ofenfrische Brot genießen – das entwickelte sich während der Corona-Pandemie zu einem kleinen Trend. „Als ich selbst die ersten Versuche startete, war ich richtig stolz auf das Ergebnis. Aber es hat doch immer gleich und recht fad geschmeckt. Auch Brotbackmischungen waren irgendwie langweilig. Daher kam die Idee selbst aktiv zu werden.“ Also wurde herumexperimentiert, bis es irgendwann soweit war: „Endlich war da ein Brot, das schmeckte wie Tomaten in Spanien – und so ist dann auch die Idee entstanden, mehr daraus zu machen.“ Gesundes Brot zum Selbstbacken, auf das man stolz sein kann und das so einfach wie möglich gelingt – das sollte zur Marke werden. Ähnlich wie bei HelloFresh mit allem Drum und Dran, inklusive Anleitung und hölzerner Backform. „Ende 2021 haben wir sehr umfangreich Marktforschung betrieben, und nach unzähligen Testversuchen sind Ende 2023 unsere ersten Produkte auf den Markt gekommen.“

Von Influencern und Supermärkten

Im Marketing kennt Philipp Herrnberger sich aus, schließlich war er über Jahre in diesem Bereich beim VfB Oldenburg und bei Werder Bremen tätig. Dennoch ist die eigene Firma doch etwas anderes, so dass man sich hier erst einmal ausprobieren muss. Beispielsweise den Verkauf in den Supermärkten. „40 Stück haben wir eine Zeit lang beliefert, aber der Aufwand war enorm und ein großer Teil der Marge fiel dadurch weg. Auch mit Influencern haben wir verschiedene Erfahrungen gemacht, die teilweise sehr teuer waren, aber letztendlich wenig gebracht haben. Inzwischen arbeiten wir mit Influencer-Kooperationen auf Provisionsbasis. Das funktioniert sehr gut.“ Auch konzentriert sich das junge Unternehmen mit seinen mittlerweile sechs Mitarbeitern auf seine Ursprungsidee: e-commerce. Mit entsprechendem Content und informativem Blog, Rezepten und vielem mehr sollen Instagram und Co. für mehr Reichweite sorgen. „Es ist ein Invest. Wir glauben an die Idee, denn Brot ist ein deutsches Kulturgut mit einer großen Zielweite, das einfach gut schmeckt.“ Und, so steht‘ s auf der Homepage: Der einzig wahre Brotrausch ist, wenn Du Dein Brot selbst backst. Zur Abwechslung kommen auch saisonale Angebote und immer wieder neue kulinarische Ideen in den Ofen und auf den Tisch: „Letztes Jahr gab es einen Stollen zum Selberbacken, und ganz aktuell ist nun das Thema Grillen dran.“ Recht jung ist auch das Keto-Kraftbrot mit Leinöl und vielen Ballaststoffen, das fast keine Kohlenhydrate hat. „Wir freuen uns über unseren Erfolg, aber wenn einen Tag wenig Bestellungen eingehen, dann ist es genauso frustrierend wie die Niederlage von Werder im Stadion“, so Philipp Herrnberger, der gemeinsam mit seinem Team noch viele Entwicklungen vorantreiben möchte.

www.brotrausch.com


Von Melanie Jülisch