i2b express
01 | 2024
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Das Baukastenprinzip

Wer schon einmal selbst eine Website erstellt hat, der weiß: Das ist oft gar nicht so schwer – auch ohne große Vorkenntnisse. Genau das dachte sich auch das Bremer KI-Start-up dAImension. Ein solches Baukastenprinzip mit Unterstützung durch die entsprechende Software lasse sich doch sicher auch auf andere Bereiche übertragen. Inzwischen bietet das Unternehmen eine Software an, mit denen Firmen ihre eigenen individualisierten KI-Lösungen erstellen können. „Die Anwendung der Software ist auch durch Nutzer möglich, die mit KI bislang wenig oder gar nicht in Berührung gekommen sind“, sagt Jannes Nazarek. „Dass das Thema in vielen kleinen und mittelständischen Betrieben angekommen ist, haben wir immer wieder in Gesprächen festgestellt.“ Allerdings fehle es oft noch am Blick für die Vielzahl an Möglichkeiten, Künstliche Intelligenz zu nutzen und in die eigenen Prozesse zu integrieren. „Viele haben meist nur von Chat GPT gehört und wissen gar nicht, was auch in ihrem Betrieb umsetzbar wäre.“ Daher steht die Begleitung zur Anwendungsfallermittlung an erster Stelle, gefolgt vom Entwickeln der Software und der anschließenden Einweisung der Anwender. „Effizienz hat oberste Priorität, auch wenn der Anwender auf diesem Gebiet kein Experte ist“, sagt Jannes Nazarek.

Von der Uni 

Dabei begann alles mit einem elektrisch betriebenen Rennwagen: Den konstruierten Jannes Nazarek (Wirtschaft und Entrepreneurchip), Maik Daniel Klause (Informatik) und Jonas Hörnschemeyer (Produktionstechnik) gemeinsam mit 40 weiteren Studierenden der Bremer Uni. Dass die drei als Team harmonieren und zugleich unterschiedliche Expertisen mitbringen, machte die Entscheidung für eine eigene Firma recht einfach: „Wir ergänzen uns sehr gut“, sagt Jannes Nazarek. Nach gemeinsamer Erfahrung in der Selbstständigkeit und im Projektbereich in der Vergangenheit gründeten die drei die dAImension GmbH, mit der sie sich auf eine Cloud-basierte Komplettlösung für die KI-Entwicklung spezialisiert haben – und die nun erstmalig mit der Firma Buhlmann Rohr-Fittings-Stahlhandel GmbH + Co.KG zum Einsatz kommt.

Durch das Baukastenprinzip der KI-Toolbox können sich die Kunden die jeweils benötigte Funktion selbst zusammenstellen. Der Nutzer veranlasst dabei die Erfassung der benötigten Daten und deren automatisierte Verwertung sowie Erstellung, Training und das Bereitstellen des KI-Modells sowie dessen Wartung, während die Entwickler von dAImension diesen Prozess beratend begleiten.

Routinen erleichtern

Doch wo kommt KI zum Einsatz? „Gibt es beispielsweise eine Delle in der Dose, einen Kratzer auf dem Etikett oder einen Riss im Karton, kann die KI dies erkennen“, sagt Jannes Nazarek. Bestehende Automatisierungslösungen kommen oft aufgrund der Komplexität neuer Anwendungsfälle an ihre Grenzen. Aus diesem Grund werden gerade am Band oft noch Mitarbeiter eingesetzt, die leicht beschädigte Produkte von Hand aussortieren beziehungsweise in 1. und 2. Wahl unterteilen. „Genau diese optische Qualitätskontrolle kann auch eine KI erledigen, während der Mensch für komplexere Aufgaben, die umfassendes Wissen und Empathie benötigen, eingesetzt werden kann.“ Ein anderes Anwendungsgebiet von KI: das Auslesen von E-Mails oder Online-Kommentaren. „Die KI ist in der Lage, zu erkennen, was der Absender will, und daraufhin den Klassifizierungsprozess zu übernehmen: Sie entscheidet je nach Anliegen, ob sie direkt eine automatische Antwort versenden kann oder ob sie es an einen entsprechenden Mitarbeiter weiterleiten muss“, so Jannes Nazarek. „Der Mensch kann sich auch hier anspruchsvolleren Tätigkeiten widmen.“